Triathlon-Traum wird wahr: Michael Groß meistert erstmals den DATEV Challenge Roth

Für viele Langdistanz-Triathleten ist der DATEV Challenge Roth mehr als nur ein Wettkampf – er gilt als das Mekka des Triathlons. Rund 3,8 Kilometer Schwimmen, 180 Kilometer Radfahren und ein abschließender Marathon über 42,195 Kilometer verlangen den Athletinnen und Athleten alles ab. Für Michael Groß vom SV Bergisch Gladbach ging in diesem Jahr ein lang gehegter Traum in Erfüllung: Er stand erstmals an der Startlinie des weltweit größten Langdistanz-Triathlons.

Dass der Weg dorthin alles andere als selbstverständlich war, begann bereits ein Jahr zuvor. Gemeinsam mit seiner Frau besuchte Groß den Challenge Roth 2024 als Zuschauer. Die Begeisterung für die einzigartige Atmosphäre ließ ihn nicht mehr los.

„Ich habe das Rennen im letzten Jahr gemeinsam mit meiner Frau vor Ort verfolgt und bin dann am frühen Morgen des darauffolgenden Tages sehr früh morgens aus unserem Hotelzimmer mit meinem Camping-Stühlchen zur Anmeldeschlange gegangen“, erinnert sich Groß schmunzelnd. „Zum Glück gab es einen Bäcker in der Nähe, bei dem ich mich mit Gebäck und Kaffee versorgen konnte.“

Denn ein Startplatz für Roth ist heiß begehrt. Jahr für Jahr möchten tausende Triathletinnen und Triathleten an den Start gehen, während die verfügbaren Plätze innerhalb kürzester Zeit vergeben sind. Die Vergabe der ersten 1.000 Startplätze erfolgt traditionell über ein Nummernsystem, die restlichen sind zwei Wochen später online zu ergattern und innerhalb weniger Sekunden vergeben.

„Irgendwann kamen Mitarbeiter der Challenge, um die Nummernkärtchen zu verteilen. Diese Karten gehen von 0 bis 1000 und regeln die Reihenfolge der Ausgabe der Startplätze. Ich war bereits um 3:30 Uhr vor Ort und hatte die Nummer 379. Wer zu spät kam, ging leer aus.

Ein Jahr später war es schließlich soweit. Bereits um 6.30 Uhr fiel am Main-Donau-Kanal der Startschuss für die 3,8 Kilometer lange Schwimmstrecke. Anschließend führte die legendäre 180-Kilometer-Radrunde unter anderem über den weltberühmten Solarer Berg, an dem zehntausende Zuschauer eine Tour-de-France-ähnliche Stimmung erzeugen. Den Abschluss bildete der Marathon entlang des Kanals und durch Roth bis hinein ins vollbesetzte Triathlon-Stadion – ein Zieleinlauf, den viele Sportler als einen der emotionalsten Momente ihrer Karriere beschreiben.

Auch 2026 wurde der Challenge Roth seinem Ruf gerecht. Mehr als 5.000 Athletinnen und Athleten aus aller Welt sowie rund 300.000 Zuschauer sorgten entlang der Strecke für eine einmalige Atmosphäre. Aufgrund der hohen Wassertemperatur musste wie auch schon 2025 ohne Neoprenanzug geschwommen werden – eine zusätzliche Herausforderung für viele Teilnehmer.

Michael Groß ließ sich davon jedoch nicht beeindrucken. Nach 1:23:41 Stunden verließ er das Wasser. Auf der anspruchsvollen Radstrecke absolvierte er die 180 Kilometer in 5:36:53 Stunden, bevor er den abschließenden Marathon in 4:09:34 Stunden bewältigte. Mit einer Gesamtzeit von 11:16:50 Stunden erreichte der Bergisch Gladbacher stolz als 9. der AK 60 und 1330er insgesamt das Ziel.

Für Groß war das Ergebnis jedoch weit mehr als eine Zeit auf der Uhr. Es war die Belohnung für monatelanges Training, Disziplin und den Mut, sich einer der größten Herausforderungen im Ausdauersport zu stellen.

Sein erstes Finish beim DATEV Challenge Roth wird ihm deshalb nicht nur wegen der sportlichen Leistung in Erinnerung bleiben. Die Reise dorthin als Zuschauer und das anschließende Warten in der Morgenstund auf seinem Campingstuhl vor einer Anmeldeschlange und schließlich das Ende der Reise unter dem Jubel tausender Zuschauer im legendären Zielstadion wird wohl eine prägende Erinnerung bleiben.

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